Dieses Rezept für Joghurtbrot mit Hefe hat mich umgehauen. Knusprige Kruste und eine weiche und saftige Krume. Und das allertollste, es hält ein paar Tage frisch. Wenn es nicht vorher aufgefuttert wird. Das Joghurtbrot ist das perfekte Einsteiger-Brot: Kein umständliches langes Teigführen, keine superkomplizierten Arbeitsschritte mit Vorteig, Quellstück und allem Pipapo! Und für alle, die Weizen nicht vertragen: Es ist weizenfrei!

Darf ich vorstellen: Joghurtbrot mit Hefe
Rezept für Joghurtbrot mit Hefe zum Ausdrucken

Das Joghurtbrot kann nun nach Herzenslust belegt werden. Ich finde den leicht säuerlichen Geschmack so hinreissend, dass mir eine gute Sauerrahmbutter vollends genügt.

Joghurtbrot mit Hefe in Variationen…
Experimentiert ruhig mal ein bisschen herum und gebt etwas geraspelte Karotten oder Zucchini dazu. In Butter angeschwitzte Zwiebeln und Kümmel ist auch lecker. Dann aber das Koksöl weglassen, da ja die Zwiebeln schon in Butter angeschwitzt wurden.
Wenn Du es gern kerniger magst kannst Du den Brotlaib in Saaten und Nüssen wälzen. Du siehst, der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.
Häufige Fragen zum Joghurtbrot mit Hefe
Kann ich das Joghurtbrot auch ohne Hefe backen?
Kurz gesagt: Nein — nicht mit diesem Rezept. Die Hefe ist hier der Motor, der das Brot aufgehen lässt, die lockere Krume erzeugt und dem Brot seinen leicht hefigen Duft beim Backen gibt. Ohne Hefe würde der Teig einfach nicht aufgehen und das Ergebnis wäre ein kompakter, schwerer Laib. Wer ohne Hefe backen möchte, braucht entweder einen aktiven Sauerteig — dann wird es aber ein ganz anderes Rezept mit anderen Zeiten — oder Backpulver als Triebmittel. Letzteres funktioniert gut bei schnellen Brötchen oder Irish Soda Bread, macht aber keinen klassischen Hefebrotlaib. Für alle die gerne ohne Hefe backen: mein Irisches Sodabrot ist genau das Richtige.
Welchen Joghurt soll ich nehmen?
Naturjoghurt, Vollfett, am besten in Bioqualität — das ist die klare Empfehlung. Der Fettgehalt von 3,5% macht die Krume saftig und gibt dem Brot seinen charakteristisch leicht säuerlichen Geschmack, der es so besonders macht. Magerjogurt funktioniert technisch auch, das Brot wird aber spürbar trockener und weniger aromatisch. Griechischer Joghurt ist eine tolle Alternative — er macht das Brot besonders saftig, ist aber dicker als normaler Joghurt. Deshalb in dem Fall etwas mehr Wasser in den Teig geben, damit die Konsistenz stimmt. Fruchtjoghurt oder gesüßter Joghurt gehen notfalls auch, verändern aber den Geschmack spürbar — das Brot wird leicht süßlich. Ich bleibe beim Naturjoghurt.
Mein Teig ist sehr klebrig — habe ich etwas falsch gemacht?
Nein, überhaupt nicht! Das ist der erste und wichtigste Satz den ich dir sagen möchte. Joghurtbrot-Teig ist von Natur aus weicher und klebriger als ein klassischer Hefeteig — das liegt an der Feuchtigkeit des Joghurts und der Teigkonsistenz die dieses Rezept bewusst anstrebt. Mit nassen oder leicht beölten Händen lässt er sich gut formen. Die große Versuchung bei klebrigem Teig ist es, mehr Mehl nachzuschütten — das ist aber ein Fehler. Zu viel Mehl macht den Teig fester, das Brot schwerer und die Krume trocken. Lieber mit der Klebrigkeit leben und mit nassen Händen arbeiten. Du wirst beim Backen sehen: das Ergebnis ist es wert.
Kann ich das Joghurtbrot einfrieren?
Absolut — und es friert hervorragend ein, besser als viele andere Brotsorten. Das Joghurt im Teig sorgt dafür dass das Brot auch nach dem Auftauen noch saftig und frisch schmeckt. Am besten das Brot komplett auskühlen lassen, dann in Scheiben aufschneiden und die Scheiben einzeln oder in kleinen Portionen einfrieren. So kannst du dir morgens genau so viel rausnehmen wie du brauchst — direkt in den Toaster und nach zwei Minuten schmeckt es wie frisch gebacken. Das ganze Brot einzufrieren geht natürlich auch, ist aber beim Auftauen umständlicher.
Wie lange ist das Joghurtbrot haltbar?
Dank des Joghurts hält es sich deutlich länger als normales Hefebrot — bei guter Lagerung problemlos 3-4 Tage, manchmal sogar etwas länger. Das Geheimnis liegt in der richtigen Aufbewahrung: in ein sauberes Leinentuch oder Baumwolltuch einwickeln und bei Zimmertemperatur lagern. Bitte nicht in Plastik oder in einer luftdichten Dose — das macht die Kruste weich und gummiartig und das Brot beginnt schneller zu schimmeln. Wer länger etwas davon haben möchte, friert es am besten direkt nach dem Auskühlen ein.
Kann ich Weizenmehl durch Dinkelmehl ersetzen?
Ja, problemlos — und ich kann es sogar empfehlen. Dinkelmehl Type 630 ist der ideale Tausch, gleiches Gewicht, gleiche Menge, gleiches Ergebnis. Der einzige Unterschied: Dinkel hat einen leicht nussigen, etwas kräftigeren Eigengeschmack der dem Brot eine tolle Note gibt. Wer Vollkorndinkel verwenden möchte, sollte etwas mehr Flüssigkeit einplanen, da Vollkornmehl mehr Wasser aufnimmt. Am besten mit einem Essloffel mehr Joghurt oder Wasser anfangen und schauen wie sich der Teig anfühlt. Weizenvollkornmehl funktioniert auf die gleiche Weise.
Warum geht mein Brot nicht auf?
Das ist die häufigste Frage und meistens liegt es an der Hefe. Es gibt drei klassische Fehler: Erstens — die Flüssigkeit war zu heiß. Über 40 Grad Celsius stirbt die Hefe ab und der Teig geht dann trotz aller Geduld nicht auf. Die Flüssigkeit sollte sich auf dem Handgelenk angenehm warm anfühlen — nicht heiß. Zweitens — die Hefe war abgelaufen oder zu alt. Hefe hat ein Haltbarkeitsdatum und verliert mit der Zeit ihre Triebkraft. Immer frische, gut gelagerte Hefe verwenden. Drittens — der Teig hatte keinen warmen Ort zum Gehen. Die ideale Temperatur liegt bei 28-32 Grad. Ein guter Trick: den Backofen kurz auf 30 Grad vorheizen, ausschalten, eine Tasse heißes Wasser hineinstellen und den Teig darin gehen lassen. Das funktioniert zuverlässig auch im Winter.
Kann ich das Rezept auch glutenfrei machen?
Glutenfreies Backen mit Hefe ist leider keine einfache Sache und ein direkter Mehlwechsel funktioniert hier nicht. Gluten ist das Eiweiß im Mehl das dem Teig seine Struktur und Elastizität gibt — ohne es fällt der Teig buchstäblich auseinander. Glutenfreie Mehle brauchen deshalb zusätzliche Bindemittel wie Xanthan oder Flohsamenschalen sowie oft angepasste Flüssigkeitsmengen und andere Gehzeiten. Das ist ein eigenes Rezept das ich separat entwickeln möchte. Wer jetzt sofort ein glutenfreies Brot braucht, findet auf spezialisierten Blogs sehr gute Ansätze — aber bitte nicht einfach dieses Rezept mit Reismehl versuchen. Das Ergebnis wäre eine Enttäuschung.
Was kann ich statt Kokosöl verwenden?
Jedes geschmacksneutrale Öl funktioniert als Ersatz — Rapsoöl und Sonnenblumenöl sind die einfachsten und günstigsten Alternativen. Zerlassene Butter gibt dem Brot einen schönen buttrigen Geschmack und eine besonders zarte Krume — das ist mein persönlicher Favorit wenn ich kein Kokosoöl zur Hand habe. Olivenöl geht technisch auch, gibt dem Brot aber einen deutlichen Eigengeschmack — das passt zu mediterranen Variationen mit Kräutern oder Oliven, aber nicht unbedingt zu einem schlichten Alltagsbrot. Kokosoöl selbst gibt übrigens keinen Kokosgeschmack wenn es geruchsneutrales raffiniertes Kokosoöl ist — nur das native, unraffinierte Kokosoöl schmeckt nach Kokos.
Kann ich das Brot auch im Gusseisentopf backen?
Ja — und ehrlich gesagt wird es sogar noch besser als auf dem Blech! Der Gusseisentopf ist das Geheimnis vieler Hobbybrotäcker: Er hält den Dampf der beim Backen aus dem Teig entweicht im Topf und umhüllt damit das Brot während der ersten Backphase. Das Ergebnis ist eine Kruste die man sich kaum besser vorstellen kann — dünn, rösch, fast wie vom Bäcker. Den Topf zusammen mit dem Ofen auf 250 Grad vorheizen, den Teig hineinstürzen, Deckel drauf und 25 Minuten backen. Dann den Deckel abnehmen und weitere 20-25 Minuten ohne Deckel fertig backen bis die Kruste goldbraun ist. Wer noch keinen Gusseisentopf hat: ein guter Grund ihn sich anzuschaffen.
Ein paar Tipps zu Hefeteig im Allgemeinen und Joghurtbrot im Besonderen
- Naturjoghurt verwenden. Und am besten in Bioqualität. Achte auf einen natürlichen Fettgehalt achten (3,5 %)
- Die Temperatur ist entscheidend. Die Zutaten dürfen nicht zu kalt sein, da bei kalten Zutaten die Hefe kaputt geht. Aber auch zu heiß sollten die Flüssigkeiten nicht sein. Beides tötet die Hefebakterien ab. Am besten ist eine lauwarme Temperatur oder Zimmertemperatur. Einfach die Zutaten eine Stunde vor der Zubereitung aus dem Kühlschrank legen.
- Den Teig gehen lassen. Der Teig sollte zum gehen in einer Schüssel mit einem Küchenhandtuch abgedeckt werden. Es hält die warme Luft in der Schüssel und verhindert, dass kalte Luft einströmt und die Hefe dadurch nicht richtig arbeiten kann. Ein feuchtes Tuch erleichtert man der Hefe so die Arbeit. Die ideale Temperatur um Hefe gehen zu lassen liegt bei 32 °C. Lass den Teig so lange gehen, bis er sich ungefähr verdoppelt hat.
- Hefe liebt Zucker. Hefeteig geht nur so lange auf, wie die Hefe Zucker im Teig findet. Die Hefe ernährt sich von Zucker. Ohne Zucker mehr fällt der Teig zusammen. Auch beim Backen geht Hefeteig ohne Zucker nicht auf.

Ein frisches Brot auf dem Tisch ist ein Stück Glück
Liebt ihr auch den Duft und den Geschmack von frisch gebackenem Brot? Dann hab ich noch etwas mehr für Euch…
So, jetzt aber an die Rührschüsseln, fertig, los! Ich wünsche Euch viel Spass mit dem Joghurtbrot Rezept und freue mich über Nachrichten, Anregungen, Kritik und Lob. Lob finde ich am besten!!
Alles Liebe für Euch und immer eine Handbreit Wasser unterm Kiel,
Eure Anne
…und für alle, die wie ich bekennende Pinterestopfer sind, gibt es noch etwas zum pinnen 🙂


pin pin pin

9 Comments
Liebe Anne,
ich habe Dein Jogurtbrot nachgebacken und bin total begeistert. Es ist sooooo lecker! Und tatsächlich war es schnell und unkompliziert fertig….genauso schnell war es allerdings leider auch aufgegessen…aber ich weiß ja jetzt wie ich schnell ein Neues backen kann.
Viele Grüße von Küche zu Küche,
Deine Dési
Liebe Dési,
toll, dass Dir das Rezept so gut gefällt. Bei uns ist es auch immer schnell aufgefuttert 😉
Liebe Grüße von Küche zu Küche,
Deine Anne
Ein tolles Rezept. Brot kam super bei allen an und wandert in meinen Rezepte-Ordner und wird es oft geben.
Liebe Grüße
Alexandra
Liebe Alexandra,
ich freue mich sehr, dass mein Brot es in Deinen Rezepte-Ordner geschafft hat. Wir haben neulich eine Variante mit Buttermilch versucht (Joghurt war aus..) Das Ergebnis konnte sich schmecken lassen.
Herzliche Grüße,
Anne
Hallo Anne,
Ich backe heute dein Joghurtbrot zum zweiten Mal. Von vielen schon ausprobierten Rezepten schmeckt uns deines am besten!!!
Seeeehr lecker und einfach!!!
VG
Carmen
Hallo Anne,
Durch Zufall bin ich auf dieses Rezept gestoßen und habe es auch gleich ausprobiert.
Ich bin gespannt
Hallo Anne,
ich danke dir für dieses tolle Rezept.
Das hat mir einen Anstoß gegen ich habe es jetzt schon so oft gebacken immer mit verschiedenen Gewürzen oder Körnern doch als Grundrezept ist es prima. Ich habe schon seit drei Monaten kein Brot mehr gekauft nun backe ich jede Woche eins selbst.
Ganz liebe Grüße
Christina
Hallo Anne, kann man das Kokosöl durch ein anderes Öl ersetzen? Rapsöl z.b.
LG Brigitte
Hallo Anne!
Das Brot ist toll! Ich habe es allerdings im Römertopf gebacken und erst die letzten 10 Minuten den Deckel angemacht! Für uns ist es so perfekt geworden! Erinnert an ein Toskanabrot.
Liebe Grüße Johanna