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Westfälischer Pickert

Draussen sind es gefühlte Minus 15° Celsius und alle Heizkörper sind auf Anschlag gedreht. An die Füsse gehören warme Socken und auf den Teller eine warme Portion Kindheit. Meine Urgrossmutter ist nicht zum Lachen, sondern zum Pickert backen in den Keller gegangen.


Dort stand ein alter Gasherd und daneben war die Kartoffelkiste. Sie tat dies, weil sie verhindern wollte, dass das ganze Haus nach Pickert roch wenn sie buk. Die Bemühungen waren vergeblich – bis in den Garten, wo mein Opi herumwerkelte und ich an einem kleinen Tisch Knöpfe aus Omis Nähkästchen auffädelte zog der hefige Duft. Köstlich! Dazu gab es gesalzene Butter, Grafschafter Goldsaft, Lippische Leberwurst und für die Erwachsenen einen ehrlichen Filterkaffee. Pickert ist nicht einfach ein Hefe-Kartoffelpuffer; Pickert ist Kindheit, Heimeligkeit und die garantierte Aussicht auf ein kapitales Völlegefühl. Also Los! Ich backe nach dem Rezept meiner Grossmama, nehme aber ein Ei mehr. Aber hier muss mann es nicht so tragisch nehmen Pickert ist gnädig….

…und 250 g Rosinen

Mehl in eine Schüssel geben in die Mitte die Hefe bröckeln und diese mit etwas Zucker (geht die Hefe besser) und lauwarmer Milch verrühren und 20 Minuten gehen lassen. In der Zeit die Kartoffeln schälen und fein reiben, abtropfen lassen und mit der restlichen Milch, Salz, 3 Eiern und 250 g Rosinen vermischen und alles zu dem Vorteig geben und ganz gut verrühren. Den Pickertteig nochmals 30 – 40 Minuten an einem warmen Ort gehen lassen und dann langsam in der Pfanne zu kleinen Püfferchen backen.

Wenn der Teig „reissend“ vom Löffel fällt ist er genau richtig!

In kleinen Pfännchen gelingen sie am besten und werden schön gleichmässig groß.

Wenn der Pickert goldbraun ist, bitte wenden.

Teller und Leinentuch von „RuBios“ Eppendorfer Weg 252, 20251 Hamburg

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